Im Schatten der europäischen Krise

Zur Lage von Demokratie und Marktwirtschaft in Ostmittel- und Südosteuropa

Regionalanalyse zum neuen Transformation Index der Bertelsmann Stiftung, Februar 2016

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und die folgende Krise der Eurozone hatten jenseits der unmittelbaren ökonomischen Wirkungen auch gravierende politische Konsequenzen in Ostmittel- und Südosteuropa. Die Krisen zeigten, dass eine auslandsabhängige ökonomische Entwicklung anfällig gegenüber den internationalen Finanzmärkten ist. read more

Polens Verfassungskrise

Ein Interview mit Ivana Pribakovic, Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Rendez-vous, 29.12.2015

In Polen verweigerte der Staatspräsident den vom alten Parlament neu gewählten Verfassungsrichtern die Vereidigung und ernannte stattdessen die von der neuen nationalkonservativen Parlamentsmehrheit gewählten Richter, obwohl das Verfassungsgericht diese Ernennungen für verfassungswidrig erklärt hatte. Im Dezember 2015 änderte die neue Parlamentsmehrheit das Verfassungsgerichtsgesetz, um die Richter zu zwingen, alle Entscheidungen mit einer Zweidrittelmehrheit zu treffen und die ihnen vorgelegten Fälle in der Reihenfolge des Eingangs zu bearbeiten. Die Gesetzesänderung ermöglicht der Parlamentsmehrheit, auf Antrag des Präsidenten und des Justizministers, einen Verfassungsrichter in besonderen Fällen von Fehlverhalten zu entlassen. read more

Spielräume und Grenzen der Visegrád-Kooperation

in Ungarn 1989-2014. Eine Bilanz nach 25 Jahren, hrsg. v. H. Küpper, Zs. H. Lengyel und H. Scheuringer, Verlag F. Pustet, Regensburg 2015, 55-76

Ungarn

Dieser Beitrag bilanziert die Kooperation zwischen den vier ostmitteleuropäischen Staaten Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn, die auf die Visegráder Erklärung von 1991 zurückgeht und als sogenannte Visegrád-Gruppe organisiert wurde. Vor dem Hintergrund der demokratischen Umbrüche 1989/90 waren die neuen politischen Eliten mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert und sich einig in dem Ziel, ihre Staaten vollständig in das europäische politische, ökonomische, Sicherheits- und Rechtssystem zu integrieren. Dieses Ziel erreichten sie mit den Beitritten zur NATO 1999/2004 und zur Europäischen Union 2004. Dennoch setzten die vier Visegrád-Staaten ihre verstärkte Kooperation nach 2004 fort, und ihre Beziehungen verdichteten sich sogar. read more

Contestation and Democracy in Eastern Europe

Keynote Lecture, Annual Graduate Conference for East European Studies, Akademie für Politische Bildung Tutzing, 19 June 2015Movie Rings (2017)

  • Is East European politics more contested than in the past?
  • Why has public contestation increased?
  • How does increased contestation influence democracy and the prospects of democratization in Eastern Europe?
Turnout
(c) Martin Brusis

Report (in German):JOE2015_AkPB_Report

East-Central Europe and the European Crises

Claudia Matthes and I prepared a paper for the panel: “Demokratieentwicklung in vergleichender Perspektive”, organized at the annual conference of the DVPW section on Comparative Politics, German Institute of Global and Area Studies, 25 – 27 February 2015

The conference venue: GIGA Hamburg
The conference venue: GIGA Hamburg

East-Central European Democracies Adrift? Trajectories and their Causes

Electoral landslides, corruption scandals involving political leaders, declining satisfaction with democracy, mass protests and the erosion of democratic accountability institutions in one of the countries, Hungary, raise questions about the development of East-Central European democracies. Our paper argues that these democracies are subject to several drift processes triggered by the crises of economic and European integration and the deeping dealignment between voters and political parties. The impact of these factors differs from country to country, depending on its configuration of institutional constraints, socio-political cleavages and citizens’ expectations. In the paper, we examine how these structural factors influence democratic governance in East-Central Europe (Czech Republic, Hungary, Poland, Slovakia and Slovenia) and why some of these democracies have been more resilient than others. read more

Ethno-Regional Diversity and Political Integration in Eastern Europe

A seminar  for PhD students at Kazakh National University Al’-Farabi, Almaty

Eastern Europe has been shaped by historically late state and nation building. Due to this trajectory, questions of state identity and cohesion have acquired persisting political relevance. Ethnopolitical conflicts have led to the disintegration of all three state socialist federations. Ethnopolitical cleavages structure party systems in the new nation states of Eastern Europe, particularly where they are related to persisting ethnoregional diversity. read more

Regionalparteien in Rumänien und der Slowakei

Vortrag beim EZFF-Autorenworkshop “Regionalparteien nach der Europawahl: Selbstverständnis, Handlungsspielräume und Bedeutung” 23.-25.10.2014, Tutzing

Mehrere Parteien konkurrieren um die Repräsentation der magyarischen Volksgruppen in Rumänien und der Slowakei. Während der Verband der Magyaren Rumäniens (UDMR/RMDSZ) seine dominante Position seit der politischen Pluralisierung Anfang der 1990er Jahre behaupten konnte, verlor die traditionelle Partei der Magyarischen Koalition (SMK/MKP) in der Slowakei gegenüber der 2009 neugegründeten Partei Most-Híd, die magyarische und slowakische Wähler anzusprechen versucht. read more

Zur Lage der Demokratie in Osteuropa

Ein Interview für das WDR-Osteuropamagazin, 6.7.2014

Den ostmittel- und südosteuropäischen Staaten hat die Krise der Eurozone vor Augen geführt, welchen Anpassungszwängen weniger wettbewerbsfähige Länder ausgesetzt sind und welche sozialen und politischen Erschütterungen die erzwungenen inneren Abwertungen auslösen können. Die Konflikte innerhalb der Währungsunion und die anhaltende Rezession in den südeuropäischen Staaten belegen, dass ein Beitritt zur EU und zur Eurozone weder eine Gewähr für ökonomische Stabilität und Entwicklung bietet, noch als Kompass für eigene Reformen ausreicht. Zudem hat die Krise die Bruchlinien zwischen den Wirtschafts- und Sozialmodellen und den zu Grunde liegenden politischen Ökonomien in Nordwest- und Südeuropa vertieft. read more

Paths and Constraints of Subnational Government Mobilization in East-Central Europe

Article in: Regional and Federal Studies 24 3 2014, 301-319.

Abstract

The article studies the impact of enlargement on subnational governments in the Czech Republic, Hungary and Poland. It compares the resources and political constellations of subnational governments and analyzes how these variables interact with Europeanization to influence domestic intergovernmental relations, the management of Structural Funds and the EU relations of subnational governments. The article argues that stronger regional governments (in Poland and the Czech Republic) have been able to resist attempts to centralize intergovernmental relations. Decentralizing reforms occurred where incumbent governing parties dominated subnational government (Poland). Under ‘vertically divided’ government (Czech Republic), subnational governments sought unmediated access to EU institutions. read more