Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen

in: Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium, hrsg. v. K. Mause, Ch. Müller u. K. Schubert u. Springer-Verlag 2018, 89-113; Ko-Autor: J. Zweynert

Abstract

Die Analyse der Zusammenhänge zwischen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ordnung hat in Politik- und Wirtschaftswissenschaft nicht nur eine lange Tradition, sondern erlebt derzeit auch eine lebhafte Renaissance. Das vorliegende Kapitel gibt einen Überblick über die früheren und heutigen Beiträge zu dieser Thematik. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Forschungen an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Politikwissenschaft. Darüber hinausgehend bemühen wir uns, eine Erklärung dafür zu finden, warum das Interesse an dem hier behandelten Thema im historischen Zeitablauf auffälligen Schwankungen unterliegt. Unsere diesbezügliche These lautet: Immer dann, wenn das Verhältnis von politischem und ökonomischem System dynamischen Veränderungen unterliegt, steigt das Interesse am Zusammenhang zwischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen; immer dann, wenn das Verhältnis der beiden gesellschaftlichen Subsysteme relativ stabil ist, beschäftigen sich Politikwissenschaftler und Ökonomen eher damit, was innerhalb „ihres“ jeweiligen Systems vor sich geht. read more

Die prekäre Basis zwischenstaatlicher Solidarität

Beitrag für das Debattenmagazin “The European“, 17.4.2014

Die Europäische Union hat ihre von Zahlungsunfähigkeit bedrohten Mitgliedstaaten erfolgreich stabilisiert. Sie errichtete einen Europäischen Stabilitätsmechanismus, der gefährdeten Mitgliedstaaten des Euro-Währungsraums umfangreiche Kredite gewährt, wenn diese sich zur Umsetzung von Wirtschaftsreformen verpflichten. Die Europäische Zentralbank erklärte ihre Bereitschaft, kurzfristige Anleihen von Staaten anzukaufen, die den Stabilitätsmechanismus in Anspruch nehmen. Damit konnte die EU die Finanzmärkte davon überzeugen, dass die gesamte Eurozone den Ausfall von Krediten an einzelne Mitgliedstaaten mit Zahlungsproblemen verhindern wird. read more

Staat und Wirtschaftsakteure in postsowjetischen elektoralen Autokratien

PVS-Sonderheft “Autokratien im Vergleich”, 2013, 298-323

Abstract

Der Beitrag untersucht, wie und warum die herrschenden politischen Eliten in postsowjetischen elektoralen Autokratien den privaten Wirtschaftssektor über Patronage und Konsultation kooptieren. Regressionsanalysen zu den Politikperzeptionen von Unternehmensmanagern zeigen, dass die politische Offenheit einer elektoralen Autokratie das Ausmaß an perzipierter Patronage und Konsultation beeinflusst. Fallstudien zur politischen Regulierung von Eigentumsverhältnissen und Unternehmer-Interessenrepräsentation dokumentieren für Kasachstan und Russland eine Ausweitung des staatlich kontrollierten Wirtschaftssektors, die Sanktionierung einzelner Oligarchen und die Einbindung privater Wirtschaftsakteure in politisch gelenkte Konsultationsregime. In der Ukraine etabliert sich dagegen unter Staatspräsident Kuchma eine Praxis des Mitregierens einflussreicher Unternehmer. Im Unterschied zu wirtschaftsstrukturellen und elitensoziologischen Ansätzen erscheint der vorgeschlagene Fokus auf die Herrschaftssicherungsstrategien politischer Eliten am ehesten zur Erklärung dieser Politikmuster geeignet. read more

Post-Communist Capitalisms after Crisis

Scenarios for Central and Eastern Europe against the Backdrop of Economic Recovery and European Integration

in: Central and Eastern Europe Beyond Transition: Convergence and Divergence in Europe, ed. by European Science Foundation, Strasbourg: European Science Foundation 2012, 23-34 (Co-author: V. Pettai)

BeyondTransitionScholars of post-communist change in Central and Eastern Europe have continually faced an analytical challenge as to whether to stress convergence or divergence when interpreting social, economic and political transformation in the region. Across many systemic categories, the imperative has been to highlight patterns of convergence. All the countries of the region were encouraged to build democratic institutions, develop market economies and rebuild social cohesion. And indeed within a few short years a number of indicators across these domains showed signs of approximation with Western European levels. Free market exchange became well established, democracy was nearing consolidation, and social decline appeared at least arrested. read more