Staat und Wirtschaftsakteure in postsowjetischen elektoralen Autokratien

PVS-Sonderheft “Autokratien im Vergleich”, 2013, 298-323

Abstract

Der Beitrag untersucht, wie und warum die herrschenden politischen Eliten in postsowjetischen elektoralen Autokratien den privaten Wirtschaftssektor über Patronage und Konsultation kooptieren. Regressionsanalysen zu den Politikperzeptionen von Unternehmensmanagern zeigen, dass die politische Offenheit einer elektoralen Autokratie das Ausmaß an perzipierter Patronage und Konsultation beeinflusst. Fallstudien zur politischen Regulierung von Eigentumsverhältnissen und Unternehmer-Interessenrepräsentation dokumentieren für Kasachstan und Russland eine Ausweitung des staatlich kontrollierten Wirtschaftssektors, die Sanktionierung einzelner Oligarchen und die Einbindung privater Wirtschaftsakteure in politisch gelenkte Konsultationsregime. In der Ukraine etabliert sich dagegen unter Staatspräsident Kuchma eine Praxis des Mitregierens einflussreicher Unternehmer. Im Unterschied zu wirtschaftsstrukturellen und elitensoziologischen Ansätzen erscheint der vorgeschlagene Fokus auf die Herrschaftssicherungsstrategien politischer Eliten am ehesten zur Erklärung dieser Politikmuster geeignet.

Zum Forschungsprojekt